Symposia Thursday

In the following you will find an enumeration of all sessions. Sessions in English language are highlighted.

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Saal 1 08:00 - 09:30 01.10.2015
Symposium Do03
Atopische Dermatitis: Eine Herausforderung für Dermatologen und Ophthalmologen – Symposium der Sektion DOG-Kornea
Vorsitzende/r: Philip Maier (Freiburg), Regina Fölster-Holst (Kiel)

Die atopische Dermatitis stellt nicht selten Dermatologen wie auch Ophthalmologen vor schwierige diagnostische und therapeutische Herausforderungen. In dem interdisziplinären Symposium werden sowohl dermatologische wie auch ophthalmologische Aspekte der Pathophysiologie, der Diagnostik und schließlich der Therapie dargestellt und diskutiert, um die Ziele und Probleme der beiden Fachrichtungen besser zusammenzuführen.
Referent/in: Annice Heratizadeh (Hannover)
Bei der atopischen Dermatitis (AD) handelt es sich um eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung, die meist mit starkem Juckreiz einhergeht. Verteilungsmuster und klinisches Bild variieren in Abhängigkeit vom Alter der Betroffenen sowie von der Dauer und Schwere der Erkrankung. Eine bakterielle Superinfektion mit Staphylococcus aureus sowie virale und Pilzinfektionen sind häufigere Komplikationen. Neben einer genetischen Prädisposition konnten zahlreiche äußere Einflussfaktoren wie z.B. inhalative oder Nahrungsmittelallergene sowie mikrobielle Faktoren als individuell mögliche, relevante Schubauslöser identifiziert werden. Voraussetzung für das diagnostische Vorgehen ist somit sowohl die Kenntnis der klinischen Manifestationsformen einer AD als auch ihrer vielfältigen Triggerfaktoren.
Referent/in: Regina Fölster-Holst (Kiel)
Die atopische Dermatitis (Synonym: atopisches Ekzem, Neurodermitis) ist eine stark juckende, chronisch rezidivierende, entzündliche Hauterkrankung, die mit einer erheblichen Beeinträchtigung der Lebensqualität sowohl für den Patienten als auch dessen Familie einhergeht. Klinisch stehen Rötungen, Papeln, Nässen und Schuppen, bevorzugt im Bereich der Knie- und Ellenbeugen im Vordergrund. Die multifaktorielle Ätiopathogenese beinhaltet sowohl Störungen der epidermalen Barriere als auch des Immunsystems. Darüber hinaus sind Veränderungen im Nervensystem bekannt, die auch zum Verständnis psychischer Triggerfaktoren beitragen. Hauptpfeiler der Therapie sind die regelmäßige Rückfettung und die Karenz von Provokationsfaktoren. Glukokortikosteroidhaltige Externa sind Mittel der ersten Wahl bei Exazerbation. In Regionen dünner Haut wie beispielsweise Gesicht und Hals sind die Calcineurin-Inhibitoren den Glukokortikosteroiden vorzuziehen, da sie nicht mit dem Risiko einer Atrophie behaftet sind. In schweren Fällen sind systemische Medikamente indiziert, die zu einem Shift von den die atopische Dermatitis charakterisierenden TH2-Zellen zu TH1-Zellen führen.
Referent/in: Philip Maier (Freiburg)
In dem Referat soll auf die vielfältigen klinischen Manifestationen der atopischen Dermatitis am Auge eingegangen werden. So kann sich die atopische Prädisposition der Patienten zunächst in Zeichen einer milden Blepharokeratokonjunktivitis äußern, die bei schweren Verlaufsformen zu ausgeprägten Oberflächenprobleme führen kann. In fortgeschrittenen Fällen kann es durch chronisch entzündliche Vernarbungsprozesse zu Lidfehlstellungen, Hornhautulzeration bis hin zu Perforation kommen. Daneben findet sich bei den Patienten vermutlich wegen des häufig ausgeprägten Augenreibens auch eine hohe Prävalenz des Keratokonus.
Referent/in: Thabo Lapp (Freiburg)
Während in der Dermatologie schon viel über die pathophysiologischen Grundlagen der atopischen Dermatitis bekannt ist, sind in der Ophthalmologie die zugrundeliegenden Zusammenhänge wesentlich schlechter verstanden. Neben der Assoziation „Atopie und Keratokonus“, der vermutlich eine mechanische Komponente zugrunde liegt, begünstigt der Zusammenbruch der immunologischen Barriere verschiedene virale und bakterielle Binde- und Hornhautinfektionen sowie das Auftreten von Neoplasien. Der Vortrag stellt die bekannten Zusammenhänge aus der Dermatologie vor und verknüpft diese mit aktuellen Publikationen aus dem Bereich der Ophthalmologie.
Referent/in: Claus Cursiefen (Köln)
Ziel des Vortrages ist es, die aktuellen Möglichkeiten der konservativen und chirurgischen Therapie der Augenoberfläche bei atopischer Dermatitis durch den Augenarzt dazustellen. Hier kommen neben konservierungsfreien Tränenersatzmittel, unkonservierten Steroiden und längerfristiger Therapie mit Cyclosporin A, auch Oberflächenintegritäts- wiederherstellende Therapieansätze wie die Eigenserumaugentropfen oder die Amnionmembrantransplantation zur Sprache. Eine engmaschige Interaktion mit dem Hautarzt ist hier essentiell.
Referent/in: Hans Mittelviefhaus (Freiburg)
Die Bedeutung des bei einer atopischen Dermatitis meist schleichend entstehenden Ektropium der Unterlider und der durch Intertrigo geförderten Bewegungseinschränkung der Oberlider wird oft ebenso unterschätzt wie die Gefahr vermehrt auftretender bösartiger Lidtumoren. Angaben zur Inzidenz sind rar. Kontrollierte Studien zur Therapie fehlen. Das Referat geht auf die präoperative Behandlung und Indikation zur Operation des Ektropium ebenso ein wie auf Besonderheiten der Operationstechnik und Hauttransplantatgewinnung, sowie auf die Notwendigkeit von Re-Operationen. Darüberhinaus auf Risiken der Entwicklung maligner Lidtumoren, deren Behandlung und ihre durch Immunschwäche und Malcompliance der Patienten bestimmte Prognose.